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Die Klosterschule
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Postkarte aus den 20er Jahren
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!
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Unsere Wurzeln
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Der Name "Kreisgymnasium St. Ursula" ist für ein öffentliches Gymnasium
etwas ungewöhnlich, er ist aus der Tradition, aus den Wurzeln unserer Schule zu
erklären, ebenso das Schulemblem mit dem Ursulaschiff.
Wenn auch das Kreisgymnasiums St. Ursula aus dem vom Ursulinenorden geleiteten St.
Ursula Gymnasium hervorgegangen ist, so soll eine weitere Traditionsschule Haselünnes, die
Lateinschule, die als Vorgänger der Realschule angesehen wird, nicht unerwähnt
bleiben.
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Dieser Teil des Klosters, der Aulatrakt mit Klassenräumen,
musste 1976 einem Neubau weichen.
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Im Jahre 1972 wurde das damalige von den Ursulinenschwestern geleitete
Gymnasium, das bis 1968 ein Mädchengymnasium gewesen war, vom Landkreis Meppen (heute ein
Teil des Landkreises Emsland) übernommen. Mit Beginn des Schuljahres 1972/73 wurde aus
der katholischen Ursulaschule das öffentliche Kreisgymnasium St. Ursula.
Zunächst unterrichteten die Ursulinen weiterhin an ihren alten Schule. So war ein
nahtloser Übergang möglich, zumal die Schule wuchs, und neue junge Lehrerinnen und
Lehrer hinzukamen.
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Der St.-Ursula-Schule ging eine Mädchenschule, die 1652 von
holländischen Klarissen gegründet wurde voraus. Aus dieser Zeit stammt die alte Klosterkirche. Nach dem Westfälischen Frieden waren
die Klarissen aus Oldenzahl (Holland) vertrieben worden. Der damalige Bischof von
Osnabrück, Franz Wilhelm von Wartenberg, erlaubte den Klarissen, in Haselünne eine
Schule zu gründen. So entstand in der Haselünner Neustadt die erste
Mädchenbildungsstätte des Emslandes. Rund 140 Jahre, bis zum Jahre 1812, wurden Mädchen
von nah und fern in der Klosterschule ausgebildet. 1812 wurde das Kloster und die Schule
aufgelöst, da das Emsland 1811 unter Napoleon französisch geworden war.
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Oben:
Die "Klarissenmauer", die den Schulhof an der Ostseite zur Altstadt hin
begrenzt, ist noch erhalten geblieben. Auch die Öffnung der Mauer zur Stadt hin, das
Klarissenfenster, ist nach der Restauration der Klostermauer wieder zu sehen. Links:
Eine Seite aus der Urkunde zur Konsekration der Klosterkirche in holländischer Sprache
aus dem Jahre 1730. |
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Nach langen Verhandlungen mit den Behörden des Königreichs Hannover
und dem Bischof von Osnabrück gelang es dem Rat der Stadt, in Haselünne wieder eine
Klosterschule einrichten zu können. Am 29. Juni 1854 entsandte das Urulinenkloster in
Dorsten einige Schwestern zur Übernahme der Mädchenvolksschule und zur Eröffnung einer
"Höheren Töchterschule". Die Töchterschule war die einzige katholische im
Raum von Emden bis Rheine, die schon bald auch von Schülerinnen aus dem westfälischen
Raum und aus Holland besucht wurde. In einem Prospekt aus dem Jahre 1855 findet man
folgende Lehrgegenstände: "Religionslehre, das Wissenswerthe aus der alten,
mittleren und neueren Geschichte und der Erd- und Völkerkunde, deutsche Sprache,
französische Sprache, englische Sprache, Kopf- und Ziffernrechnen, Schönschreiben,
Zeichnen, Gesang und weibliche Handarbeit."
Während des Kulturkampfes wurde die Mädchenvolksschule im Jahre 1873 geschlossen, das
Kloster und die Töchterschule 1875. Am 8. November 1888 konnten die Schwestern nach
Haselünne zurückkehren und den Lehrbetrieb der Töchterschule mit 17 Schülerinnen in
drei Klassen am 2. Januar 1889 wieder aufnehmen. Nachdem die Schule stark gewachsen
war, erhielt sie in den Jahren von 1900 bis 1911 neue Klassenräume, eine Turnhalle, eine
Aula, einen neuen Physik- und Zeichensaal.
Nach der Mädchenschulreform im Jahre 1908 wurde die St.-Ursula-Schule mit Erlass vom 5.
April 1909 als "höhere Lehranstalt für die weibliche Jugend" anerkannt. Sie
war nun Lyzeum und Oberlyzeum. 1919 legten die ersten Prüflinge ihre Reifeprüfung am
Realgymnasium in Osnabrück ab, 1927 wurde die Reifeprüfung erstmals in Haselünne
abgehalten.
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Der Nationalsozialismus bekämpfte die
Klosterschulen systematisch. Zuerst mussten die Beamtenkinder die Klosterschule verlassen,
1938 die jüdischen Mädchen, 1939 wurde die 1. Oberschulklasse geschlossen. Am 11. Juli
1941 wurden die Schwestern aus dem Kloster vertrieben. Kloster und Schule wurden
geschlossen. In die nun leerstehenden Räume zog die nationalpolitsche
Erziehungsanstalt "Emsland" (NPEA) ein. Ein Teil der wertvollen Bibliothek
der Klosterschule ist auf dem Schulhof öffentlich verbrannt worden.
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Erinnerungstafel des Abiturjahrgangs 1994 |
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In der Karwoche des Jahres 1945 mussten dann endlich die Nationalsozialisten die Schule
räumen. Am 28. Mai konnten die Schwestern zurückkehren und in einer zerschossenen und
geplünderten Schule den Lehrbetrieb langsam wieder aufnehmen. Ostern 1946 wurde die
Schule offiziell wieder geöffnet.
Im Rahmen der verkehrsmäßigen Erschließung des Emslandes kamen nun immer mehr
Fahrschülerinnen in die St.-Ursula-Schule. Im Jahre 1964 wurde an der Klosterstraße ein
Neubau errichtet, in dem heute die Klassenräume für die Sekundarstufe I liegen.
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Links:
Ein alter Gebäudeteil mit Klassenräumen und dem Zeichensaal ist erhalten
geblieben und ist im Jahre 1992 grundlegend renoviert worden. Ein Teil des
Gebäudes wird heute durch den Neubau, in dem sich die Orientierungsstufe
befindet, verdeckt. Im Erdgeschoss befinden sich Klassenräume der
Orientierungsstufe. Unten:
Der linke Teil des Klosters, das Klausurgebäude, wurde ebenfalls
abgerissen. Die über 250 Jahre alte Klosterkirche (rechts) blieb
erhalten. |
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Bei der Übergabefeier der Ursulaschule an den Landkreis sagte der damalige
Kreisdirektor Dr. Kolck u.a. folgendes:
"Die Schule nimmt heute Abschied von einer ebenso großen wie vornehmen
Tradition, die nicht nur das Leben der Schule, sondern in einer kaum vorstellbaren Weise
auch die Kultur und Geistesgeschichte dieser Stadt und ihres Umlandes geprägt hat."
(Quelle: Festschrift zum "250. Geburtstag" der Klosterkirche,
Seite 30) |

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Kolorierte Luftaufnahme des Ursulinenklosters aus den 60-er
Jahren
Schon im Jahre 1974 wurde am Kreisgymnasium St. Ursula die "Reformierte
Oberstufe" eingeführt. Das Kreisgymnasium St. Ursula wurde Modellschule mit dem
Schwerpunkt im Aufgabenfeld B, dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld. Zunächst
ging es darum, die neue Oberstufenform zu erproben. Von den Kollegen wurde ein
fächerverbindender Lehrplan entwickelt, der vom Kultusministerium zur Erprobung genehmigt
wurde.
Inzwischen sind diese Lehrpläne nach mehreren Reformen der "Reformierten Oberstufe" durch die Richtlinien der Profiloberstufe abgelöst worden.
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